„Wir alle wollen, dass die Tiere, deren Fleisch wir essen, vernünftig behandelt werden“

So behandeln wir bei Tönnies die Schweine

In der Gesellschaft wird das Schlachten von Tieren zumeist ausgeblendet. Viele Menschen verbinden mit dem Fleischkonsum nicht mehr, dass dafür ein Tier aufgezogen und geschlachtet werden muss.

Gleichzeitig wird in den Medien viel über den Schlachtprozess diskutiert. Verzerrende Darstellungen wecken den Eindruck unkontrollierter Abläufe.

Das Schlachten von Schweinen und Rindern ist im Grunde ein ganz traditioneller Vorgang, der egal ob beim Metzger oder im industriellen Betrieb gleich abläuft. Zunächst wird das Tier betäubt und anschließend entblutet. So arbeiten wir auch bei Tönnies. In unseren Betrieben verlangt diese Arbeit eine Verzahnung unterschiedlichster Arbeiten, technologischer Prozesse und Kontrollen. Diese stellen wir Ihnen hier vor.

Wir möchten Ihnen die Abläufe der Schlachtung offen zugänglich machen. Auf dieser Website können Sie den Weg der Schweineschlachtung in unserem Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück anhand von Fotos und einem Video kennenlernen.

100% Fokus auf Tierschutz für die uns zur Schlachtung anvertrauten Tiere

Als Marktführer sind wir verantwortlich, die Betreuung der Tiere in unseren Betrieben möglichst optimal zu gestalten. Unsere Vorgehensweisen werden ständig hinterfragt und weiterentwickelt. Wir setzen an unseren Standorten neueste fachliche Erkenntnisse und technische Möglichkeiten um, wenn sich diese als praxistauglich erweisen. Darüber hinaus entwickeln wir auch eigene technologische Innovationen. Wo es automatisierte technische Lösungen gibt, nutzen wir diese und beugen somit menschlichen Fehlerquellen beim Umgang mit den Tieren vor.

Folgende Maßnahmen und Instrumente haben wir nach der Ankunft der Tiere beispielsweise in Rheda-Wiedenbrück umgesetzt:

Wasserberieselung

Frischwassertränken

Tiergerecht ansteigende Böden

Fußbodenheizung

Beruhigende Musik

Lärmschutzdecke

Farbiges LED Licht

Videoaufzeichnung

Akustisches Treiben

Frischluftzufuhr

Verantwortlich handeln: Wartebereiche, Zutrieb, Tiefenbetäubung, Entblutung und Kontrolle

Beim Abladen und in den Warteställen sind die Mitarbeiter angewiesen, die Tiere mit Respekt und ruhig zu behandeln. Nach dem Entladen können sich die Tiere hier in der Regel bis 120 Minuten ausruhen. In den Buchten sind an den Seiten Tränken mit Frischwasser installiert, zudem werden bei längeren Wartezeiten die Buchten mit Futtermais bestückt.

Die Schweine verbleiben über die gesamte Zeit des Zutriebs in der Betäubungsanlage in ihrem kleinen, vertrauten Gruppenverband. Das ist für Schweine wesentlich beruhigender und damit schonender, als wenn die Tiere bei diesem Weg vereinzelt würden. Die Betäubung der Schweine erfolgt bei Tönnies an allen Standorten durch eine CO2-Tiefenbetäubung. Wir sind davon überzeugt, dass diese Methode die aktuell beste und tierschutzfreundlichste zugelassene Betäubungsmethode ist. Ein weiterer Vorteil dieser Betäubung ist die sehr tiefe Bewusstlosigkeit, die durch das CO2 hervorgerufen wird. Die Schweine befinden sich in einer Art Narkose. Denn die Tiere sollen nach der Betäubung bis zum Eintritt des Todes nicht wieder erwachen.

Die Zutriebe zur Betäubung sind mit grünem Licht ausgestattet. Nachweislich hat diese Lichtfrequenz eine beruhigende Wirkung auf die Tiere. Zudem wird in dem Bereich des Wartestalls Panflötenmusik abgespielt, die durch ihre gleichbleibende Klangfrequenz eine stresshemmende Wirkung bei den Tieren erzielt.

Verantwortlich handeln: Wartebereiche, Zuführung zur Schlachtung, Tiefenbetäubung, Entblutung und Kontrolle. Trotzdem ruhen wir uns auf dem Stand der Technik nicht aus und suchen nach alternativen Betäubungsmethoden, um die Betäubung noch schonender durchzuführen. Ob Gas, Schaum oder weitere Alternativen, innerhalb der Tönnies Forschung arbeiten verschiedene Wissenschaftler an der Frage der Betäubung. Mehr zu dem Thema finden Sie hier:

www.toennies-forschung.de

Nach der Tiefenbetäubung werden die Tiere entblutet. Hier wird mit einem Hohlmesser in die Hauptschlagadern gestochen, damit das Blut schnell auslaufen kann. Das Blut wird an allen Standorten gewonnen und der Weiterverarbeitung zugeführt.

Durch die Einrichtung einer doppelten Entblutekontrolle bei der Schlachtung wird bei Tönnies sichergestellt, dass kein Tier mehr Reflexe zeigt:

1. Kontrollstufe: technische Kontrolle des Blutentzuges über eine Waage jedes Tieres mittel Verwiegen jedes einzelnen Tieres, um den Blutentzug zu ermitteln. Bei einer zu geringen Entblutung werden die Tiere nachgestochen, damit auch bei den Tieren eine optimale Entblutung stattfindet.

2. Nach der Entblutung eine zusätzliche Einzeltierkontrolle des Schlachterfolges durch Testung des Cornealreflexes. Mit dieser Doppelkontrolle wird zu 100 Prozent sichergestellt, dass jedes einzelne Tier vor Beginn der weiteren Schlachtarbeiten sicher keine Empfindung mehr hat.

Nach der Tiefenbetäubung, der Kontrolle und der Entblutung sind die Tierschutzmaßnahmen beendet.

Für alle Arbeitsschritte der Schlachtung haben wir klare und strenge Vorgaben beschrieben, die sich mindestens an den gesetzlichen Anforderungen und unseren eigenen Konzepten orientieren. Damit diese Vorgaben auch umgesetzt werden, werden Mitarbeiter, die mit den lebenden Tieren umgehen, für ihre Arbeit immer wieder intensiv geschult.

An allen Standorten kontrollieren speziell geschulte Tierschutzbeauftragte alle Abläufe mit lebenden Tieren. Jeder Mitarbeiter, der mit lebenden Tieren umgeht, wurde geschult und hat seine Sachkunde in einem amtlichen Test unter Beweis gestellt. Durch kontinuierliche Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie durch einen dauerhaften Informationsfluss stellen wir sicher, dass die Tierwohl-Kriterien in der Arbeit berücksichtigt werden.

In täglichen Eigenkontrollen wird die Arbeit der Mitarbeiter, aber auch die technischen Einrichtungen in unseren Betrieben, überwacht. Interne Audits ergänzen die Arbeit. Hier überprüfen wir, ob die Kontrollsysteme funktionieren. Zunehmend auch durch Videokontrollen behalten wir den Überblick in allen Bereichen, in denen mit lebenden Tieren umgegangen wird. So sind wir in der Lage, auch im Nachhinein zu erkennen, wie die Abläufe funktionieren.

Und zusätzlich sind während der Schlachtung ständig amtliche Tierärzte zugegen, die unsere Arbeit überwachen.

So behandeln wir bei Tönnies die Rinder

Im Gegensatz zu Schweinen verhalten sich Rinder als Großtiere natürlich anders, so dass unsere Rinderstandorte wie beispielsweise in Kempten auf die Gewohnheiten von Rindern ausgelegt sind.

Unsere Rinderschlachthöfe in Kempten, Wilhelmshaven, Legden, Beckum und Badbergen sind grundsätzlich nach demselben Prinzip konstruiert. Auch wenn einzelne Unterschiede zwischen den Standorten bestehen, sollen alle Standorte einen möglichst stressreduzierten Umgang mit den Tieren möglich machen.

Die Rinder werden nach dem Transport über eine Rampe abgeladen. Für diesen Prozess werden die Mitarbeiter regelmäßig geschult, so dass Sie möglichst durch akustische Signale die Tiere treiben. Im Wartestall verbleiben die Tiere anschließend für bis zu zwei Stunden. Diese Zeit ist wichtig, damit die Rinder sich an die neue Umgebung gewöhnen können.

Die geschulten Mitarbeiter treiben nun die Rinder zu der Betäubungsanlage. Beispielsweise am Standort in Kempten ist der Treibgang nach Vorbild der Wissenschaftlern Prof. Dr. Temple Gradin konstruiert. Der Treibweg ist rund gebaut, so dass die Tiere keine 90Grad Winkel umlaufen müssen. Durch diese Maßnahmen bewegen sich die Tiere in der Regel selbstständig, da sie keine optischen Barrieren wahrnehmen.

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In Ausnahmefällen gibt es jedoch auch Rinder, die standfest ihren Platz verteidigen und nicht eigenständig den Treibgang laufen. Der Einsatz von elektronischen Treibhilfen ist bei Rindern daher in Ausnahmen möglich. Dieser Einsatz wird jedoch kontrolliert und protokolliert, so dass kein Missbrauch möglich ist.

Die Betäubung der Rinder findet anschließend durch einen Bolzenschuss statt. Der Kopf des Tieres wird in einer Betäubungsfalle leicht fixiert, so dass der geschulte Mitarbeiter den Bolzenschuss in das Gehirn des Rindes fachgerecht ansetzen kann. Auch dieser Prozess wird dokumentiert und videoüberwacht, damit mögliche Fehler erkannt und abgestellt werden können.

Nach der fachgerechten Betäubung wird das Tier entblutet, wodurch der Tod eintritt. Die Kontrolle des Augenliedreflexes stellt sicher, dass jedes einzelne Tier wahrnehmungslos ist und der Schlachtprozess nun vollzogen werden kann.

Der gesamte Prozess der Rinderschlachtung wird durch interne Audits und das amtliche Personal überprüft. Zunehmend setzen wir Videokontrollen ein, um den Überblick in allen Bereichen zu behalten, in denen mit lebenden Tieren umgegangen wird.

Trotz aller Vorkehrungen und Kontrollen können auch in Tönnies Betrieben Fehler passieren. Unser Ziel ist es, diese so schnell wie möglich zu erkennen und umfassend aus ihnen zu lernen, um strukturell dafür zu sorgen, dass diese in Zukunft möglichst ausgeschlossen werden können. In 2017 waren die Behörden und wir nicht immer zufrieden mit den Wartezeiten der Transporter vor dem Abladen. Die immer voller werdenden Straßen und Autobahnen sorgen auch bei unseren Lieferanten dafür, dass die exakt geplanten Liefertermine manchmal nicht gehalten werden können. Mit neuen Planungs- und Logistikkonzepten haben wir hier Verbesserungen erreicht. Zusammen mit unseren Partnern arbeiten wir hier noch an weiteren Lösungen.

Gemeinnützige Gesellschaft Tönnies Forschung

Die Tönnies Forschung wurde 2011 gegründet, um die wissenschaftlichen Grundlagen für die Diskussion rund um Nutztierhaltung und Tierwohl auszubauen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag, um die Bedingungen der Nutztierhaltung stetig zu verbessern. Die Gesellschaft initiiert und fördert Forschungsvorhaben, die sich mit dem Tierschutz im Allgemeinen und mit der Nutztierhaltung im Speziellen befassen. Die Tönnies Forschung verfolgt dabei ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

Aktiv in Forschung für mehr Tierschutz

Aufgabe der Tönnies Forschung ist, durch die Förderung der Grundlagenforschung in den Bereichen Ernährung, Haltung und Transport von Tieren die Basis für weitere wissenschaftliche Erkenntnisse zu legen. In ihrem zwölfköpfigen unabhängigen Kuratorium, in dem Wissenschaftler, Tierschützer sowie Vertreter von Verbänden und Institutionen vertreten sind, werden die Forschungsprojekte diskutiert und über die Bescheide entschieden. Ziel ist es, zu kontinuierlichen Fortschritten bei Tierschutz und Tierhaltung beizutragen. Zu den zentralen Aufgaben zählen:

Die Umstände der Nutztierhaltung zu untersuchen und daraus Vorschläge zur Verbesserung der artgemäßen Haltung von Nutztieren abzuleiten.

Die Transportbedingungen von Nutztieren zu untersuchen und daraus Vorschläge für eine noch besseren und schonenderen Transport abzuleiten.

Personen zu schulen, die beruflich in der Nutztierhaltung tätig sind sowie entsprechende Schulungseinrichtungen zu fördern.

Weitere Informationen: www.toennies-forschung.de

Unsere Arbeit für mehr Tierwohl in der Haltung

Auf verschiedenen Ebenen leisten wir einen Beitrag für das Tierwohl bei der Aufzucht von Schweinen und Rindern. Wir setzen uns insbesondere für eine möglichst gute Tiergesundheit und die Weiterentwicklung des Tierwohls in den Beständen der konventionellen Haltung ein. Tönnies arbeitet an den deutschen Standorten bevorzugt mit Lieferanten aus dem direkten Umkreis. Das ermöglicht kurze Transportwege, eine stressfreiere Ankunft der Tiere und einen kontinuierlichen Dialog zwischen Landwirten, Viehhandelsunternehmen und der landwirtschaftlichen Abteilung bei Tönnies. Eine lückenlose Herkunftssicherung bis zu den landwirtschaftlichen Betrieben flankiert die Partnerschaft mit den Erzeugern.

Wichtige Elemente der Partnerschaft:

Beratung der Lieferanten nach definierten Erzeugungskriterien: Tierhaltung, -ernährung, -gesundheit, Futtermittel, Arzneimittelanwendung

Aufbau der automatisierten Tieridentifikation durch Ohrmarken

Bereitstellung der Einzeltierdaten für Zuchtunternehmen

Verbesserung der Einsendererfassung am Schlachtband durch Bildverarbeitungsmethoden und lückenlose Herkunftsdokumentation

Rückmeldung von Schlachtdaten an die Landwirte in effektiver Form mit Kennzahlen

Wir fördern darüber hinaus Programme, die durch Prävention Tierkrankheiten und damit auch den Gebrauch von Antibiotika vorbeugen. Daneben setzen wir uns seit Jahren für die Reduzierung routinemäßiger chirurgischer Eingriffe beim Schwein ein. Schon seit vielen Jahren geben wir unseren Lieferanten eine Abnahmegarantie für die Einsendung unkastrierter Mastschweine. Wöchentlich verarbeiten wir mehrere zehntausend unkastrierte männliche Tiere und sind damit der größte deutsche Abnehmer von unkastrierten Tieren.

Gemeinsam mit Partnern für weitergehende Tierwohlprogramme

Nur gemeinsam mit Partnern aus der Landwirtschaft und dem Handel ist es möglich, Tierwohlprogramme zu entwickeln, die zusätzliche Tierwohlmaßnahmen beinhalten. Wir beteiligen uns an allen relevanten Projekten und stehen für einen offenen Dialog. Denn eins ist klar: zusätzliche Kriterien, die den Tieren auch wirklich etwas bringen, kosten Geld.

Gründungsjahr: 2015
Ziel: Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohles durch Kostenausgleich für Mehraufwand des Bauern / Landwirt. Ab 2018 werden jährlich mehr als 24 Mio. Schweine von zusätzlichen Tierwohlmaßnahmen profitieren.

Gründungsjahr: 2011
Ziel: Einführung von Tierschutzstandards in zwei Kategorien, die für die Tiere einen unmittelbaren Mehrwert an Tierschutz auf dem Weg eines Stakeholder Dialoges gewährleisten. Träger ist der Deutsche Tierschutzbund. Auch wenn die Marktetablierung bisher nicht erreicht ist, sind wir von dem Grundgedanken des Tierschutzlabels überzeugt. Deshalb sind wir Partner des deutschen Tierschutzbundes geworden.

Gründungsjahr: 2012
Ziel: Einhaltung von Tierschutzstandards vor allem in den Bereichen Haltung und Transport. Dieses Programm wurde in den Niederlanden für den niederländischen Markt entwickelt.

Fazit: Tierwohl bei Tönnies – unsere Haltung setzt Maßstäbe

Tiergesundheit und Tierwohl sind für Tönnies mehr als ein Tätigkeitsfeld für nachhaltiges Handeln. Eine tiergerechte Haltung ist die Voraussetzung, um aus hochwertigen, ständig überwachten Rohstoffen qualitative, sichere Produkte herzustellen. Gleichzeitig kommen wir unserem eigenen hohen Anspruch als führender Produzent und leistungsstarker Handelslieferant nur nach, indem wir die Erwartungen des Verbrauchers möglichst am besten erfüllen.

Von der Aufzucht, über das Lieferanten-Management und den Transport bis hin zur Schlachtung stehen Gesundheit und Tierwohl an erster Stelle. In all diesen Bereichen setzt unsere Haltung Standards, an denen sich die Branche orientiert.

Die Aktivitäten im Tierwohl-Bereich werden von drei Säulen maßgeblich getragen und unterstützt.

1. Der Schutz des Tieres, seiner Gesundheit und seines Wohlbefindens ist fest in der DNA des Unternehmens Tönnies verankert. Tierwohl ist Teil der Tönnies-Philosophie.

2. Tönnies verfügt über eine eigene Stabsstelle „Tierschutz“, die ein Tierarzt verantwortet, der direkt an den Vorstand berichtet. Er hat mit seinem Team bereits zahlreiche Innovationen und Lösungen für mehr Tierwohl angestoßen und realisiert.

3. Unsere Prozesse von der Anlieferung der Tiere, der Beruhigung in der Wartehalle, die Betäubung bis hin zur Entblutung sind transparent und werden jedem offen und ehrlich gezeigt.

Interview mit Jörg Altemeier, Leiter Stabsstelle Tierschutz bei Tönnies

Herr Altemeier, Sie sind bei Tönnies für den Tierschutz zuständig. Was versteht man bei Tönnies eigentlich unter Tierwohl?
Mit Tierwohl beschreiben wir die Lebensqualität unserer Nutztiere in allen Phasen ihres Lebens. Wesentliche Ziele sind die Gesundheit der Tiere zu fördern und ihre natürlichen Verhaltensweisen zu unterstützen. Die Tierwohlmaßnahmen gehen über die im Tierschutzgesetz verankerten Mindestanforderungen an die Haltung von Nutztieren hinaus. Jeder bei Tönnies, der mit lebenden Tieren umgeht, ist für ihren Schutz in seinem Bereich verantwortlich. Um das zu sichern, führen wir standortübergreifend eine ganze Reihe von Maßnahmen durch, die im Tierschutz-Management zusammengefasst sind.

Was konkret tut Tönnies im Tierschutz-Management?
Wir konzentrieren uns im Tierschutz-Management auf unsere Kernverantwortung, die Betreuung der Tiere am Ende des Transportes und die Schlachtung. Beispielhaft dafür stehen die Bereiche Schulung von Mitarbeitern, Besatzdichte in den Transportern, Abladevorgang, Treibevorgang, Verfahrensweise mit kranken oder verletzten Tieren, Wartestall-Lüftung, Fußbodenheizung, Trinkwasser im Wartestall, Schallschutzdecken, Wassernebel-Kühlung, Stallmanagement im Sinne der Ruhezeiten nach dem Abladen, Zeitfenster Betäubung bis Entblutung in dem eine Betäubungskontrolle bei jedem einzelnen Tier zum Test der Wahrnehmungslosigkeit stattfindet, Entblutekontrolle. Gerade, weil Tönnies viele Tiere schlachtet, ist es uns so wichtig, dass jedes Einzeltier gut behandelt wird. Die hohe Schlachtkapazität ist auch der Grund, warum es uns möglich ist, klare Richtlinien zu definieren, einzuhalten und zu überprüfen. Diese Vorgaben werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Tönnies, den Transporteuren und weiteren Beteiligten vermittelt.

Was ist der Unterschied zwischen Tierwohl und Tiergesundheit?
Fachlich gilt, dass Tierwohl mehr ist als die Abwesenheit von Schmerzen, Leiden und Schäden. Während Tiergesundheit und arttypisches Verhalten schon länger objektiv beschrieben werden können, steht die Untersuchung des Wohlbefindens am Anfang einer wissenschaftlichen Definition. Anzeichen dafür sind in der Nutztierhaltung eine geringe Erkrankungshäufigkeit, physiologische Kenngrößen wie die Konzentration von Stress-Hormonen und arttypisches Verhalten.

Die CO2 Betäubung steht wegen der Anfangsphase der Betäubung in der Kritik. Warum wenden Sie diese Methode trotzdem an?
CO2 reizt die Schleimhäute der Schweine und löst in der Einleitungsphase der Betäubung für einige Sekunden Unwohlsein bei den Tieren aus, das ist richtig. Sie ist aus unserer Sicht und der von vielen Wissenschaftlern die momentan in der Praxis tierschutzgerechteste Methode zur Tiefenbetäubung von Schweinen. Wir sind offen für eine Weiterentwicklung der Betäubung und suchen auch aktiv nach Alternativen. Die Tönnies Forschung hat hierzu verschiedene Forschungsprojekte ( zum Projekt) begleitet, mit denen wir an einer Verbesserung der Methode arbeiten.

Was hat das Unternehmen Tönnies mit der Initiative Tierwohl und mit dem Label des Bundeslandwirtschaftsministeriums zu tun?
Tönnies ist ein Initiator und Entwicklungspartner in der Initiative Tierwohl, die 2015 gegründet wurde und seitdem vom Lebensmitteleinzelhandel finanziert wird. Wir sind stolz, dass inzwischen Millionen Schweine jährlich in den Genuss von zusätzlichen Tierwohlmaßnahmen kommen. Der größte Teil dieser Tiere wird bei Tönnies geschlachtet. Das angekündigte Tierwohl-Label des Bundeslandwirtschaftsministeriums beobachten wir aufmerksam. Wichtig ist uns die gesellschaftlichen Erwartungen mit der wirtschaftlichen Tragfähigkeit eines breit angesetzten Programms in Einklang zu bringen. Dazu nehmen wir unsere Rolle als Innovationsführer wahr, benötigen zeitgleich aber die Mitgestaltung der gesamten Branche. Eine Integration in die Initiative Tierwohl wäre deshalb anzustreben.

Unser Tierschutz-Dialog

Dialog ist uns wichtig. Deshalb wollen wir Ihre Fragen hören und uns mit den Themen auseinandersetzen, die Sie beschäftigen. Schreiben Sie uns und unsere Fachleute werden Ihre Fragen an dieser Stelle beantworten. Bei inhaltsgleichen Fragen werden die Antworten von uns gebündelt.

Gerne zeigen wir Ihnen auch vor Ort an unseren Standorten, was wir machen und wie wir handeln. Jedes Jahr führen wir mehrere Tausend Besucher durch unsere Standorte. Kontaktieren Sie uns direkt über das Formular, wenn Sie sich für einen Besuch bei uns interessieren.

* Pflichtfelder

Ich stimme der Veröffentlichung meiner Frage und meines Namens an dieser Stelle der Website zu.

Heidi und Tilo Herde: Auf welchen Schlachthöfen werden die Rinder getötet? Kommt es auch bei Ihnen vor, dass die Rinder nicht vollständig betäubt sind bzw. der Bolzenschuß nicht korrekt sitzt, sodass die Tiere die Schlachtung bei Bewußtsein mitbekommen? Diese grausame Tatsache hat sich mal wieder in Bayern abgespielt. (McDonalds hat Anzeige erstattet). Es darf einfach nicht sein, dass diese Tiere für den menschlichen Genuss so grausam sterben müssen. Wir hoffen, dass Sie nicht nur Schweine, sondern auch Rinder würdevoll behandeln.
Dr. Gereon Schulze Althoff:
Sehr geehrte Frau Herde
Vielen Dank für Ihre Anfrage.
Tönnies schlachtet Rinder an fünf deutschen Schlachtbetrieben. Sie alle sind auf die Rinderschlachtung spezialisiert und liegen in den deutschen Regionen, in denen besonders viele Rinder gehalten werden.
Die Arbeitsabläufe sind auf einen möglichst tiergerechten Ablauf ausgelegt. Alle Verfahrensschritte orientieren sich an den verhaltensphysiologischen Eigenschaften der Tiere. Dementsprechend investieren wir fortlaufend in neue Technologien, so dass Zutrieb und Betäubung dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Unsere Rinderschlachtbetriebe sind mit modernen Betäubungsbuchten ausgestattet, so dass eine ausreichende Kopffixierung zur sicheren Betäubung gewährleistet ist. Die verantwortlichen Mitarbeiter sind im tierschutzgerechten Umgang mit den Tieren geschult.
Darüber hinaus sind an allen Standorten weitgehende Überwachungsverfahren implementiert. Jeder Rinderkopf wird nach der Schlachtung fotografiert, um die fachgerechte Betäubung zu dokumentieren. Alle Maßnahmen werden durch eine kontinuierliche Kameraüberwachung der Schlachtung flankiert.
Wir hoffen Ihnen eine kleinen Überblick über unsere Arbeit gegeben zu haben. Ihre Anfrage werden wir zum Anlass nehmen auch ausführlicher über unsere Tierachutzmassnahmen bei der Rinderschlachtung zu berichten. Schauen Sie doch in ein paar Wochen nochmal auf unsere Webseite.
Mark Oestrich: Wie im Video zu sehen ist werden die Tiere grausam an einem Bein an die Decke gezogen und entblutet. Das erinnert mich an das Schächten im Orient. Gibt es keine unblutigere Methode?
Jörg Altemeier: Die Tiere sind in diesem Arbeitsschritt tief betäubt und spüren nichts davon, dass sie aufgehängt werden. Die Entblutung ist Teil des Schlachtens um Fleisch für den menschlichen Verzehr zu produzieren. Ein Vergleich mit dem Schächten ist hier falsch, denn dort wird der Blutentzug eben ohne eine vorherige Betäubung durchgeführt.
Daniel Pohl, Lehrer in Schloß Holte-Stukenbrock:
Vielen Dank für die Möglichkeit der Besichtigung des Betriebs. Wir haben einen Text zur Betriebsbesichtigung auf der Schulhomepage veröffentlicht: www.gymnasium-shs.de. Auch im Fachunterricht Biologie haben die Schüler begeistert von der Exkursion berichtet. Es war ein voller Erfolg. Vielen Dank und herzliche Grüße
Banya vom Welterbach: Warum sieht man in dem Video kein Blut?
Jörg Altemeier: Tatsächlich hat sich der Prozess der Schlachtung sehr gewandelt. Viele haben ein Bild der "blutigen" Schlachtung im Kopf. Auch deshalb haben wir uns entschieden, jedem Interessierten zu zeigen wie der Ablauf in unseren Betrieben heute ist. Der Blutentzug wird im Video so dargestellt, wie er jeden Tag im Routinebetrieb im Anschluss an die Betäubung der Tiere stattfindet. Das Video zeigt beispielsweise den Standort in Rheda-Wiedenbrück. Hier wird das Blut durch einen Schlauch gesammelt und der weiteren Nutzung zugeführt.
Regina Müller: Warum müssen die Schweine durch die CO2 Betäubung grausame Erstickungssymptome erleiden?
Dr. Schulze Althoff: Es gehört zur Schlachtung eines Nutztiers, es vor der Entblutung sicher zu betäuben. Hierzu gibt es verschiedene Systeme, die alle Vor- und Nachteile haben. Leider ist eine perfekte Betäubungsmethode noch nicht gefunden worden. Sie haben recht, dass die Tiere in den ersten Sekunden der Betäubung kurzfristig Atemnot haben, bevor sie in die Narkose fallen. Diesem Nachteil stehen viele Vorteile gegenüber. So können die Tiere in Gruppen betäubt werden, sie fallen in eine besonders tiefe Narkose. Für viele Wissenschaftler stellt die C02 Betäubung in der bei Tönnies umgesetzten Form die derzeit beste Praxisalternative dar. Sollte es neue technische Möglichkeiten geben, stehen wir diesen offen gegenüber. Schauen Sie doch mal bei unserer Tönnies Forschung. Dort fördern wir ein Forschungsprojekt zur Betäubung mit Stickstoff www.toennies-forschung.de/forschung.
Jan Meinhard: Die Tiere werden sprichwörtlich am Fließband getötet. Wie ist bei so vielen Millionen Tieren der Schutz des einzelnen Individuum zu sichern?
Dr. André Vielstädte: Gerade weil wir viele Tiere schlachten und damit die Nachfrage nach Schweinefleisch bedienen, haben wir die Möglichkeit in moderne Technik für eine Fehlervermeidung und tierschutzgerechte Betreuung der Tiere zu investieren. Größe hilft hier eher um die nötigen Investitionen zu stemmen.
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